So ordnest du die häufigsten Ammenmärchen richtig ein

Das Wichtigste in Kürze

  • Bauchform, Heißhunger und Hautbild lassen wissenschaftlich keine Rückschlüsse auf das Geschlecht deines Babys zu.
  • Einzig bei starker Morgenübelkeit zeigt sich in Studien eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein Mädchen.
  • Ab der 14. Schwangerschaftswoche lässt sich das Geschlecht meist per Ultraschall zuverlässig feststellen.

Ob das Geschlecht auf dem Ultraschall noch nicht erkennbar ist oder ihr euch überraschen lassen möchtet: Das Umfeld spinnt oft viele Theorien. Wir beleuchten die bekanntesten Mythen und prüfen, was wirklich dahintersteckt.

Mythos 1: Die Form deines Bauches verrät das Geschlecht

Ein spitzer Bauch stehe für einen Jungen, während ein runder Bauch auf ein Mädchen hindeute – so der Mythos. Studien belegen jedoch, dass es hier keinen Zusammenhang gibt. Die Bauchform hängt vor allem von deinem Körperbau, der Stärke deiner Bauch- und Beckenmuskulatur sowie von der Anzahl vorangegangener Schwangerschaften ab.

Mythos 2: Mädchen nehmen der Schwangeren die Schönheit

Dieser Mythos besagt, dass Schwangere bei einem Jungen strahlen, während sie bei einem Mädchen erschöpft aussehen. Das ist falsch und erzeugt unnötigen Druck. Eine Schwangerschaft fordert deinen Körper unabhängig vom Geschlecht des Babys. Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden oder Schlafprobleme hängen vom Schwangerschaftsabschnitt und deinem individuellen Befinden ab. Höre auf deinen Körper und achte auf deine Bedürfnisse.

Mythos 3: Starke Morgenübelkeit deutet auf ein Mädchen hin

In diesem Mythos steckt tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit. Studien (unter anderem der University of Baltimore und des Karolinska-Instituts Stockholm) zeigen eine leicht höhere Mädchenrate bei Schwangeren mit sehr starker Übelkeit und Erbrechen. Verantwortlich dafür könnte das Schwangerschaftshormon hCG sein, das bei Mädchenschwangerschaften oft in höherer Konzentration vorkommt.

Mythos 4: Heißhunger auf Süßes oder Herzhaftes

Der unstillbare Wunsch nach Süßem stehe für ein Mädchen, herzhafte Gelüste für einen Jungen. Für diese Theorie gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Heißhunger ist ein allgemeines Schwangerschaftssymptom und kein Hinweis auf das Geschlecht.

Mythos 5: Das Bauchgefühl der Schwangeren stimmt

Manche Untersuchungen deuten darauf hin, dass die eigenen Vermutungen oder Träume Schwangerer überraschend oft zutreffen. Dennoch bleibt die Intuition eine schöne Ahnung und keine medizinische Garantie.

Wann lässt sich das Geschlecht feststellen?

Ab etwa der 14. Schwangerschaftswoche kann deine Gynäkolog:in das Geschlecht bei einer Ultraschalluntersuchung erkennen. Da es zu diesem Zeitpunkt noch sehr früh ist, hängt das Ergebnis stark von der Position deines Babys ab. In seltenen Fällen braucht es etwas Geduld, bis sich dein Baby passend dreht. Über einen Bluttest lässt sich das Geschlecht zwar schon früher und sehr sicher nachweisen, die Mitteilung durch deine Praxis darf jedoch rein rechtlich erst nach der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche (12+0 SSW) erfolgen.

Jedes Kind ist willkommen

Ob Junge oder Mädchen – es ist völlig verständlich, wenn du oder deine Partnerschaft Wünsche oder Gedanken dazu habt. Wenn dein Baby schließlich da ist, rückt all das meist in den Hintergrund. Auf die Frage „Was wird es denn?“ gibt es am Ende nur eine richtige Antwort: „Ein Baby!“

Quellenangabe

  • Einarson, A., et al. (2007). Nausea and vomiting of pregnancy: Prevalence, severity and relation to fetal sex. Journal of Obstetrics and Gynaecology, 27(1), 32–34.
  • Stiefel, A., Cignacco, E., & Zaim, S. (Hrsg.). (2020). Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.